Horacio Ferrer

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Horacio Ferrer (* 2. Juni 1933 in Montevideo, Uruguay) ist ein uruguayischer Lyriker, Liedtextdichter, Rezitator, Librettist, Journalist, Schriftsteller und Tangohistoriker. Eine lange Zusammenarbeit mit „Tango-König“ Astor Piazolla und ein umfangreiches Werk lassen ihn zu den bedeutenden Gestalten des Tangos in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts werden.

Horacio Ferrer entstammte einer künstlerisch interessierten, bürgerlichen Familie aus Montevideo. Schon als Kind schrieb er Gedichte, Marionettenstücke und Milongas, die er nicht selten auch selbst aufführte und einsang. Die Besuche bei einem in Buenos Aires lebenden Onkel weckten sein Interesse am Tango. Zu Beginn der 1950er Jahre entstanden erste Texte für Tangos, aber er wurde dadurch noch nicht bekannt. Während seines Architekturstudiums begann er mit Radiosendungen, in denen Tangos aufgeführt wurden, die auch seine Texte enthielten, mit dem Titel „Seleccion de Tangos“. 1955 lernte er dann Astor Piazolla kennen, den größten Tangokomponisten des Zwanzigsten Jahrhunderts, mit dem ihn eine jahrelange Zusammenarbeit und eine Tiefe Freundschaft verband. Die Zusammenarbeit zwischen beiden hielt bis 1973.
Horacio Ferrer und Astor Piazzolla

Für sieben Jahre war er als Chefredakteur, zeitweise Direktor und sogar Illustrator für die Tangozeitschrift „Tanqueando“ tätig. Ein Zweitstudium hängte er zwischen 1956 und 1959 seiner mittlerweile umfangreichen Arbeit und seines Standard-Studiums an; er studierte offiziell das Bandoneon-Spiel am Konservatorium, sein Studium der Architektur brach er später ab. 1960 veröffentlichte er sein erstes eigenes Buch. Seit 1967 waren seine Tangos und er häufig Gast in Radio und Fernsehen, vor allem in Uruguay und Argentinien. Auch war als ordentlicher Journalist kurzzeitig für die Morgenzeitung „El Dia“ tätig. Oftmals rezitiert er auch bei Veranstaltungen seine eigenen Gedichte ohne oder mit Musik.

Der eigentliche, endgültige Durchbruch gelang ihm 1967 mit der Vertonung einer Reihe seiner Gedichte unter dem Titel „Romancero Canuyengue“, in Argentinien, was ihn im ganzen Land bekannt machte, vor allem, weil der bekannte Gitarrist Agustín Carlevaro dabei die Gitarre spielte.