El choclo

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El choclo (Tango 1947)

Música: Ángel Villoldo (1861 - 1919)
Letra: Enrique Santos Discépolo (1901 - 1951)

Con este tango que es burlón y compadrito
se ató dos alas la ambición de mi suburbio;
con este tango nació el tango, y como un grito
salió del sórdido barrial buscando el cielo;
conjuro extraño de un amor hecho cadencia
que abrió caminos sin más ley que la esperanza,
mezcla de rabia, de dolor, de fe, de ausencia
llorando en la inocencia de un ritmo juguetón.



Por tu milagro de notas agoreras
nacieron, sin pensarlo, las paicas y las grelas,
luna de charcos, canyengue en las caderas
y un ansia fiera en la manera de querer...


Al evocarte, tango querido,
siento que tiemblan las baldosas de un bailongo
y oigo el rezongo de mi pasado...
Hoy, que no tengo más a mi madre,
siento que llega en punta 'e pie para besarme
cuando tu canto nace al son de un bandoneón.


Carancanfunfa se hizo al mar con tu bandera
y en un pernó mezcló a París con Puente Alsina.
Fuiste compadre del gavión y de la mina
y hasta comadre del bacán y la pebeta.
Por vos shusheta, cana, reo y mishiadura
se hicieron voces al nacer con tu destino...
¡Misa de faldas, querosén, tajo y cuchillo,
que ardió en los conventillos y ardió en mi corazón!

 

Der Maiskolben (Tango 1947)

Musik: Ángel Villoldo (1861 - 1919)
Text: Enrique Santos Discépolo (1901 - 1951)

Mit diesem Tango, ein Spötter und Aufschneider,
band sich der Ehrgeiz meiner Vorstadt Flügel um;
mit diesem Tango wurde der Tango geboren, wie ein Schrei erhob er sich aus dem schmutzigen Elendsviertel und suchte den Himmel;
Zauber einer zu Rhythmus gewordenen Liebe,
der Wege eröffnete, berechtigt nur durch Hoffnung,
Mischung aus Wut, Schmerz, Glaube und Entbehrung,
weinend in der Unschuld eines spielerischen Rhythmus'.

Durch das Wunder deiner ahnungsvollen Noten
wurden plötzlich die Liebchen und die Flittchen geboren,
der Mond in den Pfützen, der Schwung in den Hüften
und eine wilde Sehnsucht in der Art zu lieben.

In der Erinnerung, geliebter Tango,
fühle ich wie die Fliesen beim Schwof beben,
und ich höre das Grummeln meiner Vergangenheit…
Heute, da ich meine Mutter nicht mehr habe,
fühle ich, wie sie auf Zehenspitzen kommt um mich zu küssen,
wenn dein Lied auflebt beim Klang des Bandoneon…

Der gewiefte Tangotänzer machte sich auf übers Meer mit deiner Flagge
und mischte in einem Pernod Paris und Alsinabrücke.*
Du warst Kumpel des Verführers und der Geliebten
und sogar Kupplerin des Loddels und des jungen Mädchens.
Durch dich wurden Dandy, Polizist, Ganove und Elend
zu Stimmen, die mit deinem Schicksal geboren wurden…
Eine Messe aus Röcken, Petroleum, Schnitt und Messer,
die in den Mietskasernen und in meinem Herzen entbrannte.

* Brücke in Buenos Aires

Übers. Eckart Haerter